Wenn das Schwere die Strahlkraft nicht nimmt – Wie Lara Schäffer ihre an Parkinson erkrankte Mutter begleitet.

Über meine Begegnung mit Lara Schäffer, ihre schwer erkrankte Mutter – und eine Form von Heldinnentum, die mich tief berührt.
Ich habe Lara Schäffer in diesem Jahr auf dem Ayurveda-Festival kennengelernt. Und ich weiß noch ziemlich genau, wie ich danach dachte: Was hat diese Frau bitte für eine Strahlkraft?
So etwas begegnet mir tatsächlich selten.
Nach unserer Begegnung folgte ich ihr auf Instagram – und entdeckte erst nach und nach, was diese Frau eigentlich alles macht und bereits auf die Beine gestellt hat.

Und je mehr ich von Lara entdeckte, desto mehr faszinierte mich, was diese Frau alles aufgebaut hat. Sie arbeitet als Ausbilderin, verbindet Yoga, Tantra, Breathwork und Körperarbeit, bildet Yogalehrer aus – und gründete mit GURU Granola ihr eigenes Unternehmen. Ende 2022 stand sie damit sogar bei „Die Höhle der Löwen“ und bekam gleich drei Deal-Angebote.
2025 gab Lara ihrem Unternehmen dann einen neuen Namen: LUMO. Und hinter diesem Rebranding steckt eine Geschichte, die viel mehr über Lara erzählt als jede klassische Unternehmensgeschichte. „Lumo“ war der Spitzname ihrer Mutter – für Lara der „Lustmolch des Lebens“. Sie wollte ihre Mama in ihrem Unternehmen weiterleben lassen und gleichzeitig mit jedem Produkt an etwas erinnern, das für sie ganz wesentlich ist: an die Lebenslust, die in uns wohnt.
Und dann entdeckte ich noch eine ganz andere Seite ihres Lebens. Laras Mutter ist schwer erkrankt. Sie lebt mit Multisystematrophie (MSA) und Parkinson – und Lara begleitet sie durch diese Erkrankung.
Ich weiß nicht, warum mich die Bilder und Texte der beiden so tief treffen. Aber fast jedes Mal, wenn Lara etwas mit ihrer Mama teilt, berührt es einen ganz bestimmten Teil in mir. Diesen Ort, an dem Mitgefühl, Nächstenliebe und auch eine tiefe Dankbarkeit für unsere Mütter zusammenkommen.
Vielleicht auch, weil sich irgendwann etwas umkehrt.
Die Frau, die uns einmal gehalten hat, braucht plötzlich selbst Halt.
Die Mutter, die sich gekümmert hat, braucht unsere Fürsorge.

Aus der Tochter wird, wie Lara es selbst beschreibt, eine Haltende, eine Begleiterin, manchmal fast eine Mutter.
Und gleichzeitig sehe ich diese Frau, die arbeitet, kreiert, unterrichtet, Menschen begleitet, ein Unternehmen aufgebaut hat und so unglaublich lebendig wirkt.
Genau darin liegt für mich Laras Heldinnengeschichte.
Nicht unbedingt darin, dass sie etwas Schweres erlebt. Und auch nicht darin, dass sie offenbar alles schafft.
Sondern darin, dass das Schwere ihre Lebendigkeit nicht unsichtbar gemacht hat.
Zartheit als Stärke

Wir sprechen oft davon, dass uns Krisen stärker machen. Aber ich weiß gar nicht, ob ich das immer so unterschreiben möchte. Manches macht uns erst einmal müde. Traurig. Wütend. Manches überfordert uns und manches würden wir uns liebend gerne ersparen.
Und ich möchte auch gar nicht behaupten, dass Lara diese Gefühle nicht kennt. Ich sehe nur einen Umgang damit, der mich sehr berührt.
Sie scheint das Schwere nicht außerhalb ihres Lebens zu stellen und darauf zu warten, dass es endlich vorbei ist, damit das Leben wieder beginnen kann. Es darf mit hinein.
In die Liebe. In die Arbeit. In ihre Spiritualität. In ihre Beziehung zu ihrer Mutter. Und gleichzeitig darf da weiterhin Freude sein, Erfolg, Körperlichkeit, Kreativität und dieses unglaubliche Strahlen, das mir bei unserer ersten Begegnung sofort aufgefallen ist.
Lara selbst spricht von „Zartheit als Stärke“.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr verstehe ich, was mich daran so fasziniert.
Denn Stärke muss vielleicht gar nicht bedeuten, einen immer schwereren Rucksack zu schultern und zu beweisen, dass wir ihn trotzdem tragen können.
Vielleicht kann Stärke auch bedeuten, weich zu bleiben.
Das Herz nicht zuzumachen.
Weiter zu lieben.
Und sich vom Schweren nicht alles nehmen zu lassen, was gleichzeitig noch lebendig ist.
Das Schwere gehört zum Leben. Das Leichte aber auch.

Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem Laras Geschichte für mich weit über ihre persönliche Situation hinausgeht. Denn so ist das Leben.
Es ist nicht immer leicht. Irgendwann begegnen uns Dinge, die wir nicht bestellt haben und nicht kontrollieren können. Krankheit. Verlust. Abschied. Angst. Verantwortung.
Wir können nicht verhindern, dass sich solche Dinge in unser Leben stellen. Aber vielleicht können wir irgendwann lernen, dass sie nicht unser ganzes Leben werden müssen.
Dass neben der Angst auch Freude existieren darf.
Neben der Verantwortung ein eigenes Leben.
Neben dem Schmerz Schönheit.
Neben der Krankheit Liebe.
Und neben all dem, was wir tragen müssen, immer noch die Frage:
Was möchte ich mit diesem Leben machen, das jetzt gerade da ist?
Genau deshalb ist Lara für mich eine Heldin.
Nicht weil ich glaube, dass sie niemals zusammenbricht oder zweifelt. Nicht weil sie alles perfekt miteinander vereinbart. Und schon gar nicht, weil Frauen auch noch eine schwere Erkrankung in der Familie möglichst strahlend meistern sollten.
Sondern weil ich in ihr etwas sehe, das ich selbst nicht vergessen möchte:
Dass wir dem Schweren einen Platz in unserem Leben geben können, ohne ihm das ganze Leben zu überlassen.
Und vielleicht ist das eine der schönsten Formen von Heldinnentum überhaupt.
Nicht unverwundbar zu werden. Sondern mitten in einem Leben, das uns immer wieder mit seiner ganzen Härte begegnen wird, das Herz offen zu halten.
Für die Menschen, die wir lieben.
Für uns selbst.
Und für das Leben.

Mehr von Lara
Wenn du Lara und ihre Arbeit kennenlernen möchtest, findest du bei ihr Yoga, Breathwork, Tantra, Mentoring und Räume, in denen es immer wieder um genau das geht, was mich auch an ihr selbst so berührt: mehr ins Spüren zu kommen und das eigene Leben wirklich zu leben.
Und Lara kommt in den Female Hub
Und damit ist Laras Geschichte in unserer Oktober-Ausgabe noch nicht zu Ende erzählt.
Lara wird im Laufe des Monats auch selbst etwas in den Female Hub mitbringen. Was genau daraus wird – vielleicht eine Live Session, vielleicht etwas ganz anderes – darf gerade noch entstehen.
Sobald es feststeht, findet ihr natürlich alle Infos und den Termin hier im Hub.
Und ich freue mich jetzt schon darauf. Denn nach meiner ersten Begegnung mit Lara wusste ich eigentlich nur eines ganz sicher:
Von dieser Frau möchte ich noch mehr hören.
Danke Lara, für Dein Sein.
Iris

Iris Jansen
Initiatorin | Kuratorin | Mentorin | Raumhalterin
Iris ist Initiatorin von THE FEMALE HUB und begleitet seit über 21 Jahren Frauen auf ihrem Weg zu mehr Verbindung mit sich selbst, ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit.
Als Yogalehrerin, Körpertherapeutin und Mentorin verbindet sie Yoga und Embodiment mit Körperwissen, zyklischem Leben, Ritualen und persönlicher Entwicklung. Vor allem aber liebt sie es, Frauen und ihre Geschichten sichtbar zu machen, Menschen miteinander zu verbinden und Räume zu schaffen, in denen wir uns gegenseitig inspirieren, stärken und wachsen lassen.
THE FEMALE HUB ist für Iris genau so ein Ort.





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