Mut zur Sichtbarkeit – Warum deine Kreativität nur eines braucht: Dich.
- Anja Paul

- 1. Aug.
- 5 Min. Lesezeit

Ein Beitrag von Anja Paul
Du sitzt vor einem leeren Blatt. Ein Stift in der Hand, vielleicht Farben die bereit
stehen, weil du endlich mal Zeit hast. Und dann dieser Moment: die kleine
Stimme, die fragt, ob das, was da entsteht, dann überhaupt gut genug ist.
Kennst du das? Ich kenne es sehr gut.
Warum wir uns kleiner machen, als wir sind
Viele Frauen, mit denen ich arbeite, tragen in sich ein Bild, das kleiner ist als das,
was in ihnen wirklich lebt und zum Ausdruck gebracht werden möchte. Und das zeigt
sich nicht nur im Alltag, in der Art, wie sie Grenzen setzen oder eben nicht setzen. Es
zeigt sich auch im kreativen Ausdruck. Im Malen, im Schreiben, im Tanzen, im
Sprechen, in allem, was aus dir heraus will.
Wir suchen so oft im Außen nach Bestätigung.
Ist das schön genug? Würde das jemand anderes auch so malen oder so machen? Sieht man, was ich darstellen wollte?
Und genau in diesem Moment verlassen wir das Eigentliche. Denn ein Bild,
ein Kunstwerk, ein Ausdruck, der aus dir geflossen ist, ist kein Gegenstand, über den
jemand von außen urteilen kann. Es ist ein Ausdruck deiner Seele in genau diesem
Moment. Und ein Ausdruck deiner Seele kann nicht falsch sein. Oder?

Woher der Perfektionismus wirklich kommt
Das sitzt tief. Und einer der Ursprünge, den viele von uns kennen, ist der
Kunstunterricht in der Schule.
Ein vorgegebenes Motiv. Alle malen dasselbe Haus, denselben Baum, dieselbe Vase.
Und am Ende steht eine Note, wie gut du dieses eine Motiv getroffen hast, gemessen
an einem Maßstab, der für alle gleich war und abhängig vom Lehrer. Kein Raum für
deine eigene Handschrift, deine eigene Neigung, dein eigenes Tempo. Nur die Frage:
Hast du es richtig gemacht.
Das ist kein Zufall und kein Einzelschicksal. Die Kreativitätsforscherinnen Beth
Hennessey und Teresa Amabile fanden in ihrer Forschung heraus, dass erwartete
Bewertung einer der stärksten Hemmschuhe für Kreativität ist, quer über alle
Altersgruppen hinweg, vom Vorschulkind bis zur Berufskünstlerin. Allein das
Wissen, bewertet zu werden, verändert, wie frei wir uns ausdrücken.
Und noch etwas anderes kommt hinzu, etwas, das tiefer sitzt als die Angst vor
Bewertung. Die Psychologen Robert Sternberg und Wendy Williams beschrieben
Kreativität als eine Haltung dem Leben gegenüber, nicht nur als eine Fähigkeit.
Diese Haltung geht bei vielen Erwachsenen verloren, weil eine Gesellschaft, die
Konformität belohnt, uns früh etwas anderes beibringt: dass es die eine richtige Art
gibt, etwas zu tun oder darzustellen, und dass unsere eigene, abweichende Art
korrigiert werden muss.
Nach ihrer Beobachtung fängt genau dieses Verlernen dort an, wo Kinder zum ersten Mal aufgefordert werden, innerhalb vorgegebener Linien zu bleiben.
Das eine ist also die Angst, bewertet zu werden. Das andere ist der leise Verlust des
Vertrauens, dass die eigene Form überhaupt richtig sein darf. Beides zusammen
erklärt, warum so viele von uns als Erwachsene vor einem leeren Blatt zögern.
Auch die Forschung rund um Ellis Paul Torrance zeigt etwas, das viele von uns aus
eigenem Erleben bestätigen können. Um das neunte, zehnte Lebensjahr herum,
wenn Schule und Bewertung stärker in den Alltag treten, lässt sich international ein
deutlicher Rückgang im freien, divergenten Denken von Kindern beobachten. Genau
in dem Alter, in dem vorher noch alles möglich war.
Das ist keine Anklage an die Schule von damals und in vielen Zügen noch heute. Es
ist eine Erklärung. Und Erklärungen helfen, weil sie zeigen: Das, was sich in dir wie
ein persönliches Versagen anfühlt, wenn du vor einem leeren Blatt zögerst, ist in
Wahrheit eine sehr früh eingeübte Reaktion. Und was eingeübt wurde, darf auch
wieder verlernt werden.
Jeder Mensch ist kreativ. Auf seine eigene Art
Kreativität ist kein Talent, das manche haben und andere nicht. Es ist eine Sprache,
die jeder Mensch in sich trägt, nur eben in einer ganz eigenen Form. Die eine drückt
sich in Farben aus, die andere in Bewegung, in Worten, im Ordnen eines Raumes, im
Kochen, im Zuhören. Es gibt nicht die eine richtige Art, kreativ zu sein. Es gibt nur
deine.
Und wenn du das nächste Mal vor einem leeren Blatt sitzt und die kleine Stimme
sich meldet, die fragt, ob das gut genug ist, dann darfst du ihr freundlich begegnen.
Und den ersten Strich setzen und dann einfach weitermachen. Nicht für ein
Ergebnis. Nicht für eine Bewertung. Sondern weil etwas in dir raus will. Und das
allein ist schon genug.
Und genau darum gibt es im August einen Raum, um das zu üben. Eine 45 minütige Kreativ-Session live im The Female Hub.
No More Limits ist das Thema,
denn ich glaube, dass die Grenzen, die uns am meisten einengen oft nicht von außen kommen, sondern die sind, die wir selbst irgendwann übernommen haben.
am 19.08. Live im Hub:
Und jetzt?

Ich bin Anja Paul, Mentorin und Coach für feinfühlige Mädchen und Frauen.
Wenn du spürst, dass in dir mehr ist, als du dir bisher erlaubst zu zeigen, begleite ich dich gerne auf diesem Weg.
In Kreativräumen, in denen es kein Falsch gibt. Nur dich.
August - Angebot
Ich begleite dich ganz persönlich... mit deiner eigenen Frage im Zentrum. Behutsam führe ich dich aus dem Kopf hinaus und hinein in deinen Körper, hinein in deinen Schoßraum. Diesen Ort, an dem Ideen geboren werden, lange bevor der Verstand sie versteht. Von dort, aus deiner eigenen Intuition heraus, lassen wir durch Farben Formen entstehen. Kein Plan, kein Ergebniswunsch, nur das, was fließen will. Was entsteht, ist keine Kunst, die bewertet wird. Es ist deine Antwort, sichtbar gemacht ... ein Ausdruck dessen, was dein Körper längst wusste. Wir lassen deine Seele sprechen.
Möchtest du weiterlesen?
thefemalehub.de abonnieren, um diesen Beitrag weiterlesen zu können.




