top of page

WIR SIND HELDINNEN – Von den großen Kämpfen und den stillen Heldinnentaten unseres ganz normalen Lebens.

1. Okt.
12 Min. Lesezeit
Iris Jansen – Editorial zur Oktober-Ausgabe Wir sind Heldinnen

Wie ich ausgerechnet durch Minecraft darauf gekommen bin, Frauen in diesem Monat zu Heldinnen zu erklären – und warum ich inzwischen glaube, dass die wirklich großen Heldinnengeschichten nicht im Kino stattfinden, sondern jeden Tag direkt neben uns.


Ein Artikel von Iris Jansen


Neulich waren wir mit unserem Sohn in der Minecraft Experience.

Ob Minecraft dir etwas sagt oder nicht, ist für diese Geschichte eigentlich völlig egal. Man taucht dort jedenfalls selbst in diese Welt ein, wird Teil der Geschichte, löst Aufgaben, kämpft sich durch Abenteuer. In meiner Vorfreude auf dieses spektakuläre Ereignis fragte ich meinen Sohn: „Bin ich dann auch eine Heldin?“

Und plötzlich startete mein Gedankenkarussell rund um dieses Wort 'Heldin'...


Ich weiß nicht genau, warum mich dieses Wort in diesem Moment so erwischt hat. Vielleicht, weil Heldinnen und Helden in der Welt unserer Kinder vollkommen selbstverständlich sind. Bei uns zu Hause sind es Star Wars, Masters of the Universe, Ninjago, Harry Potter, Minecraft … all diese großen Geschichten, in denen jemand gegen dunkle Mächte kämpft, sich scheinbar übermächtigen Gegnern entgegenstellt, fällt, wieder aufsteht und am Ende natürlich irgendwie für das Gute kämpft.


Und während ich da stand, dachte ich:

Moment mal. Genau das tun wir doch auch.

Nur sehen unsere Gegner anders aus. Sie heißen nicht Darth Vader oder Voldemort, sondern Krankheit. Verlust. Trennung. Existenzangst. Erschöpfung. Eine Diagnose, die von einem Moment auf den anderen alles verändert. Ein Körper, der plötzlich nicht mehr so funktioniert wie vorher. Eine Geburt, die vollkommen anders verläuft, als wir sie uns vorgestellt haben. Ein Leben, das innerhalb weniger Sekunden eine Richtung einschlägt, die wir niemals gewählt hätten. Oder manchmal einfach ein Alltag, der so viel von uns verlangt, dass wir abends selbst nicht mehr wissen, woher wir eigentlich die Kraft für den nächsten Tag nehmen sollen.


Vielleicht sind das die dunklen Mächte unseres echten Lebens.

Und nein, wir begegnen ihnen nicht immer mutig und erhobenen Hauptes. Manche Dinge werfen uns um. Manche zerreißen uns bis ins Mark, ziehen uns in Täler, in denen wir selbst unsere eigene Kraft nicht mehr erkennen können. Wir haben Angst, zweifeln, sind wütend und manchmal wissen wir einfach nicht weiter.

Aber irgendwann passiert vielleicht etwas.

Wir stehen wieder auf.

Nicht unbedingt als dieselbe Frau. Nicht unversehrt und nicht immer besonders elegant. Aber wir beginnen wieder, an etwas zu glauben. An uns. An das Leben. An das Gute. Wir sammeln ein paar unserer Teile ein, bündeln unsere Kraft und gehen weiter.

Vielleicht ist genau das der Moment, in dem eine Heldin entsteht.


Die echten Heldinnen sind längst da



Frida Kahlo war für mich lange eine dieser großen Heldinnenfiguren. Ihre Geschichte, ihr schmerzender Körper, ihre Kunst, ihre große schwierige Liebe und diese unbändige Art, sich selbst immer wieder auszudrücken, haben mich schon immer fasziniert.

Aber gerade begegnen mir die Frauen, die ich bewundere, immer häufiger im echten Leben.


Eine davon ist meine Freundin Nessi.

Sie hat zwei kleine Kinder, eines davon ist selbst chronisch krank und braucht immer wieder medizinische Versorgung. Sie ist selbstständig, es gibt Familie, Alltag, Beziehung, Arbeit – und dann kam die Diagnose Brustkrebs.


Als wir vor Kurzem nach langer Zeit endlich wieder zusammen bei einem Kaffee saßen, lagen Monate schwerer Chemotherapie hinter ihr. Kurz zuvor hatte sie die Nachricht bekommen, dass die Behandlung erfolgreich war und keine Krebszellen mehr nachweisbar waren.

Und da saß sie vor mir. Mit ihrem Humor. Ihrer positiven Art. So sehr Nessi. Halt nur nicht mehr mit langer Mähne, sondern mit kurzrasiertem Haar.

Ich schaute sie an und sagte: "Du bist meine Heldin!"

Brustkrebs Heilung

Nessi hat für diese Ausgabe ihre Geschichte aufgeschrieben.


Nicht als Hochglanz-Heldinnengeschichte darüber, wie man tapfer eine Krankheit besiegt, sondern als Einblick in etwas, das wir von außen niemals wirklich nachempfinden können.


Und ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie bereit ist, uns so nah an diese Zeit heranzulassen. Dass sie mit uns teilt, wie es sich wirklich angefühlt hat – mit all der Angst, der Erschöpfung, den Gedanken und Gefühlen, die zu einer solchen Geschichte eben genauso dazugehören wie die gute Nachricht am Ende.


Vielleicht brauchen wir genau solche Geschichten viel öfter. Echte Heldinnengeschichten statt der nächsten fiktiven Heldensaga.



Eine andere Frau, der ich in diesem Jahr begegnet bin und die mich tief beeindruckt hat, ist Lara Schäffer.


Lara Schäffer und ihre an Parkinson erkrankte Mutter

Lara ist Mentorin und begleitet Menschen über Yoga, Tantra, Breathwork und Körperarbeit zurück in ihre eigene Lebendigkeit. Und genau diese Lebendigkeit ist es auch, die mich an ihr so fasziniert – denn ich weiß, dass auch ihr eigenes Leben nicht immer leicht war.


Sie spricht sehr offen über Krisen und darüber, warum sie heute an „Zartheit als Stärke“ glaubt.

Besonders berührt mich aber die Geschichte von Lara und ihrer schwer erkrankten Mama. Seit deren Erkrankung hat sich ihre Beziehung verändert:


Lara ist nicht mehr nur Tochter, sondern auch Begleiterin und Haltende.


Und wenn ich die beiden sehe, stelle ich mir tatsächlich die Frage:


Wer von beiden ist hier eigentlich die Heldin?


Vielleicht beide.


Laras Geschichte die ich für euch in einem Artikel zusammengefasst habe, soll dich ermutigen Lara wird im Laufe des Oktobers noch ihren Platz in unserer Heldinnen-Ausgabe bekommen. Wie genau, darf gerade noch entstehen. Aber dieses Bild von ihr und ihrer Mama wollte ich schon jetzt mit euch teilen.


Heldinnen dürfen Angst haben


Dass unser Thema ausgerechnet im Oktober entstanden ist, fühlt sich inzwischen fast folgerichtig an, denn Oktober ist Brustkrebsmonat.


Deshalb wollen wir diesem Thema im Hub bewusst Raum geben.

Anja schreibt in „Heldinnen dürfen Angst haben“ darüber, was eine Diagnose mit unserem Körper und Nervensystem macht und was uns helfen kann, wenn plötzlich nichts mehr sicher erscheint.

Und wir möchten nicht nur darüber sprechen.


Mit „Koblenz wird pink“ schauen wir auf eine Gemeinschaftsinitiative, in der sich Kliniken, Organisationen und engagierte Menschen rund um das Thema Brustkrebs zusammenschließen. Im Oktober finden in Koblenz zahlreiche Aktionen statt, die informieren, Betroffene unterstützen und Aufmerksamkeit schaffen.


Koblenz wird Pink
Foto by Karina Schuh

Und wir wollen als Female-Hub-Community mithelfen.


Wie genau, werden wir euch in dieser Ausgabe zeigen. Denn vielleicht bedeutet Frauen sehen Frauen irgendwann eben auch ganz konkret: Frauen unterstützen Frauen.


Und während ich all diese Geschichten zusammentrage, denke ich auch an all die Frauen, deren Geschichten ich nicht kenne.


Vielleicht liest du diese Ausgabe und steckst selbst gerade mittendrin. Vielleicht hast du eine Diagnose bekommen, begleitest jemanden, den du liebst, trauerst, kämpfst dich durch eine Trennung, sorgst dich um dein Kind oder weißt gerade selbst nicht, wie es weitergehen soll. Vielleicht sieht dir niemand an, wie viel Kraft dich dein ganz normaler Alltag im Moment kostet.


Dann möchte ich dir mit dieser Ausgabe auch sagen: Wir sehen dich.


Du musst aus dem, was du gerade erlebst, keine Heldinnengeschichte machen. Du musst daran nicht wachsen, nichts daraus lernen und schon gar nicht stark sein. Vielleicht besteht deine Heldinnentat gerade einfach darin, morgens aufzustehen. Um Hilfe zu bitten. Dich hinzulegen. Weiterzumachen. Oder einen Tag lang eben nicht weiterzumachen.


Auch das zählt. Du zählst.


Vielleicht waren wir selbst auch schon öfter eine Heldin


Wenn ich mich frage, wann ich mich selbst zum ersten Mal wirklich wie eine wahre Heldin gefühlt habe, fällt mir sofort die Geburt meines Sohnes ein. 38 Stunden. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen.


Sie hat mich körperlich und seelisch weit über meine Grenzen gebracht. Im Nachhinein wissen wir, dass es knapp war, und dieses Erlebnis hat mich noch lange begleitet. Aber ich weiß auch noch sehr genau, dass ich danach dieses unglaubliche Gefühl hatte:

Ich habe das geschafft.

Frieda Lewin Buch Mom Life Balance

Meine Heldin Frieda


Im vergangenen Jahr saß ich dann in der Show von Frieda Lewin und kaufte anschließend ihr Buch Mom Life Balance. Ich hatte nicht erwartet, dass mich ein Buch einer Comedienne über Schwangerschaft und Muttersein so berühren würde. Frieda erzählt darin von ihrer eigenen traumatischen Geburt, einem Notkaiserschnitt, bei dem sie und ihre Tochter nur knapp überlebten, von ihrem anschließenden Gefühl, als Mutter versagt zu haben, und davon, wie sie sich später Hilfe durch Traumatherapie holte.


Und eigentlich ist Frieda damit selbst eine ziemlich großartige Heldin für diese Ausgabe. Nicht nur, weil sie durch diese Erfahrung gegangen ist, sondern weil sie etwas daraus gemacht hat, das heute andere Frauen erreicht. Sie hat darüber geschrieben, spricht offen über Geburtstrauma und Muttersein und schafft es gleichzeitig, all die Absurditäten, Überforderungen und Erwartungen an uns Mütter mit Humor auf die Bühne zu bringen.


Ich mag den Gedanken sehr, dass auch das Heldinnentum sein kann: die eigene Geschichte nicht zu verstecken, sondern sie irgendwann so zu erzählen, dass andere Frauen sich darin wiedererkennen und vielleicht ein bisschen weniger allein fühlen.

Umso mehr freue ich mich, dass Frieda auch selbst Teil unserer Heldinnen-Ausgabe sein wird – was genau sie für euch mitbringt, verraten wir im Laufe des Oktobers.


Und dann denke ich an meine Cousine Isabel.

Nach ihrem ersten Kind wollte sie noch ein zweites – und bekam Zwillinge. Wenn ich sie damals fragte, wie es ihnen geht, lautete die Antwort oft schlicht:


„Wir überleben.“


Ich musste darüber lachen und gleichzeitig dachte ich jedes Mal: Wie macht sie das? Zumal bei Isabel und ihrem Mann noch etwas fehlt, das für viele junge Familien selbstverständlich zum Auffangnetz gehört: Sie haben beide keine Mutter mehr. Keine Oma, die mal eben einspringt, eines der Kinder nimmt oder einfach da ist, wenn alles zu viel wird.


Und während ich darüber nachdenke, fallen mir immer mehr Frauen ein.

Meine eigene Mutter, die über ein ganzes Jahrzehnt ihre beiden schwer kranken Eltern gepflegt und einen riesigen Teil ihres eigenen Lebens hintenangestellt hat, um für sie da zu sein.


Meine Freundin Dzenita aus Berlin, die sich nicht damit zufriedengeben wollte, als ihre Mutter schwer erkrankte. Sie begann, sich selbst immer tiefer mit Medizin zu beschäftigen – und ging irgendwann so weit, mit Mitte/Ende 30 noch einmal ein Medizinstudium anzufangen. Vor Kurzem hat sie es tatsächlich abgeschlossen. Was für eine Heldinnengeschichte eigentlich.


Und wahrscheinlich könnte ich diese Liste noch sehr lange fortsetzen.

Heute sehe ich an der Bushaltestelle die anderen Mütter, morgens mit ihren Kindern, und denke manchmal genau dasselbe.


Wir kennen die Geschichten der Frauen neben uns nicht. Wir wissen nicht, wer nachts kaum geschlafen hat, wer gerade um seine Beziehung kämpft, wer sich Sorgen ums Geld macht, wer seine Eltern pflegt, wer noch einmal ganz von vorne anfängt oder wer sich selbst irgendwo zwischen Job, Kindern, Haushalt, Eltern, Partnerschaft und Mental Load verloren hat.


Und trotzdem stehen wir da. Vielleicht ein bisschen müde. Vielleicht genervt. Vielleicht mit ungewaschenen Haaren und einem Kaffee in der Hand. Aber wir stehen da.


Und manchmal bedeutet Heldin sein auch: Nein.


People Pleasing

Denn bei all dem möchte ich eines auf keinen Fall erzählen: dass eine gute Heldin einfach besonders viel aushält.

Das wäre fatal.


Muss eine Heldin eigentlich immer nett sein?

Vielleicht zeigt sich unsere Kraft manchmal gerade darin, nicht noch mehr zu tragen. Nein zu sagen. Jemanden zu enttäuschen. Eine Grenze zu setzen und das schlechte Gewissen auszuhalten, das danach vielleicht trotzdem auftaucht.


Dazu gibt Julia uns auch etwas ganz Praktisches mit: ein Cheat-Sheet, das helfen kann, in solchen Momenten den Blick auf uns selbst wieder zurechtzurücken und sicherer bei unserem eigenen Nein zu bleiben.

Denn eine Heldin muss nicht alles schaffen. (Als Download für unsere Member)

Sie darf Hilfe brauchen. Sie darf liegen bleiben. Sie darf Angst haben. Sie darf weich sein. Sie darf sagen: Bis hierhin und nicht weiter.


Meine eigene Geschichte besteht aus sehr viel Wiederaufstehen


Wenn ich heute auf mein Leben schaue, sehe ich noch etwas anderes.

Ich bin seit meinem 21. Lebensjahr selbstständig. Ich habe Ideen gehabt, Dinge aufgebaut, an mich geglaubt, Entscheidungen getroffen, neu angefangen und immer wieder mein Leben verändert.


Und ich bin gefallen.

Mehr als einmal.

Zuletzt noch einmal ziemlich tief.


Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mich das Thema gerade jetzt so berührt. Denn irgendwann, wenn man ein paar Jahre Leben hinter sich hat, kann man zurückschauen und erkennen:

Verdammt, wie oft bin ich eigentlich schon wieder aufgestanden?

Wir vergessen das so schnell.


Mitten in einer Krise fühlt es sich jedes Mal an, als hätten wir keine Ahnung, wie wir da jemals wieder herauskommen sollen. Dabei standen wir schon so oft an Punkten, an denen etwas zerbrochen ist, anders kam als geplant oder wir selbst nicht mehr wussten, wie es weitergeht.


Und trotzdem sind wir hier. Vielleicht nicht als dieselbe Frau wie vorher. Aber vielleicht sogar als eine, die ein bisschen mehr über sich weiß.


Und vielleicht beschäftigt mich all das in diesem Oktober auch deshalb so sehr, weil ich 45 werde.


Mit 20 lag unglaublich viel Leben vor mir – heute liegt eben auch schon verdammt viel gelebtes Leben hinter mir. Dinge, die ich gewagt habe, Menschen, die ich geliebt habe, ein Kind, das ich geboren habe, Ideen, die ich verwirklicht habe, Entscheidungen, Fehler, Neuanfänge und all die Male, die ich wieder aufgestanden bin.


Natürlich hat dieses Leben Spuren hinterlassen. Mein Körper verändert sich, ich bin mitten in der Perimenopause, da sind Falten und Narben und all die kleinen Zeichen der vergangenen Jahre. Aber warum sollten wir Frauen eigentlich unser halbes Leben damit verbringen, möglichst so auszusehen, als hätten wir noch gar nicht richtig gelebt?

Ich möchte diese Spuren nicht verstecken. Ich möchte sie feiern. Vielleicht sind es genau die Male, die eine Heldin trägt.

Und überhaupt: Heldinnengeschichten bestehen ja nicht nur aus den Dingen, die wir überlebt haben. Da ist so viel, was wir gewagt, erschaffen, geliebt, genossen und erlebt haben. Und genau darum soll es in diesem Monat genauso gehen: nicht nur darum, was wir Frauen alles tragen können, sondern darum, uns für all das zu feiern, was wir sind.


Und wenn ich all diese Geschichten hier so nebeneinander sehe, denke ich vor allem: Wow, wozu wir Frauen fähig sind. Und das hier sind ja nur ein paar wenige Geschichten von so vielen.


Vielleicht können wir genau daraus etwas mitnehmen. Für das nächste Mal, wenn sich vor uns wieder ein Abgrund auftut und wir im ersten Moment glauben, dass wir das niemals schaffen werden. Dann dürfen wir uns daran erinnern, was Frauen vor uns und neben uns schon alles getragen, überstanden, verändert und neu aufgebaut haben. Und vor allem daran, was wir selbst schon alles geschafft haben.


Wir stehen in solchen Momenten nicht wieder ganz am Anfang. Da ist bereits diese ganze Geschichte in uns. All die Male, die wir Angst hatten und trotzdem weitergegangen sind. All die Krisen, von denen wir einmal dachten, sie würden uns den Boden unter den Füßen wegziehen. All die Male, die wir gefallen und irgendwann wieder aufgestanden sind.


Vielleicht dürfen wir beim nächsten Abgrund ein kleines bisschen mehr darauf vertrauen, dass diese Heldin in uns noch da ist.


Klopf dir verdammt noch mal auf die Schulter


Vielleicht müssen wir genau das wieder lernen. Uns selbst zu sehen. Nicht nur für die großen Dinge. Nicht erst nach einer Krankheit, einer Geburt, einer Trennung oder einem kompletten Neuanfang.


Vielleicht war deine Heldinnentat heute, dass du bei den Hausaufgaben nicht die Nerven verloren hast. Dass du ein schwieriges Gespräch geführt hast. Dass du endlich Nein gesagt hast. Dass du dich heute Morgen aus dem Bett bewegt hast, obwohl dir gerade eigentlich alles zu viel ist.


Vielleicht hast du ein Business aufgebaut, ein Kind großgezogen, jemanden gepflegt, einen Verlust überlebt, dich verliebt, dich getrennt, neu angefangen, etwas gewagt oder einfach einen richtig beschissenen Dienstag überstanden.

Klopf dir dafür auf die Schulter.

Sag ruhig einmal:

Hey. Das hast du richtig gut gemacht.

Und dann schau dich um.

Schau die Frauen an, die neben dir stehen.

Deine Freundin. Deine Schwester. Deine Mutter. Deine Kollegin. Die Frau an der Bushaltestelle. Die Frau, von der du weißt, dass sie gerade durch etwas geht, das du selbst kaum tragen könntest.

Sag es ihr:


Ich sehe dich.

Ich sehe, was du trägst.

Ich sehe, wie oft du schon wieder aufgestanden bist.


Und vielleicht sagst du ihr irgendwann sogar:


Du bist meine Heldin!

Die Heldin in DIR – Hub Community Aktion


Und weil ich nicht möchte, dass dieser Gedanke nach dem Lesen dieses Editorials wieder irgendwo zwischen Wäschekorb, Terminen und dem nächsten To-do verschwindet, machen wir daraus im Oktober ein kleines gemeinsames Experiment.


'MEINE HELDINNENTAT DES TAGES'


Vielleicht legst du dir ein kleines Notizbuch neben dein Bett oder öffnest abends einfach die Notizen in deinem Handy und stellst dir eine einzige Frage:

Was habe ich heute geschafft, getragen, gewagt oder für mich getan, für das ich mir selbst auf die Schulter klopfen darf?

Nicht jeden Tag. Nicht perfekt. Und bitte mach daraus nicht noch eine Aufgabe, die du erfüllen musst.

Aber vielleicht sammelst du im Laufe dieses Monats zehn, fünfzehn oder zwanzig kleine Beweise dafür, dass du viel öfter eine Heldin bist, als du glaubst.


Am Ende des Oktobers wollen wir einige eurer Heldinnentaten im Hub miteinander teilen. Ihr könnt uns euren Satz schicken – auf Wunsch natürlich anonym – und unter allen Frauen, die mitmachen, werden wir außerdem eine kleine Heldinnen-Überraschung verlosen.

Vielleicht entsteht daraus am Ende etwas ziemlich Schönes:


eine Sammlung echter Heldinnengeschichten aus unserer eigenen Community.


Und vielleicht passiert dabei noch etwas viel Wichtigeres. Vielleicht schauen wir nach diesem Monat ein kleines bisschen anders auf uns selbst.

Denn als ich meinen Sohn bei dieser Minecraft Experience gefragt habe: „Bin ich dann auch eine Heldin?“,war das eigentlich nur so dahingesagt. Heute würde ich mir selbst anders antworten. Ja.

Nicht weil ich immer mutig war. Nicht weil ich alles geschafft habe. Nicht weil ich nie am Boden lag.

Sondern weil ich inzwischen weiß, wie oft ich dort schon lag. Und wie oft ich wieder aufgestanden bin.


Und wenn du bis hierhin liest, dann bin ich mir ziemlich sicher:


Du auch.


Vielleicht ist es Zeit, dass wir endlich anfangen, uns genauso zu sehen.


WIR SIND HELDINNEN.


Und diesen Monat erzählen wir unsere Geschichten.


Iris


Iris Jansen Initiatorin Kuratorin Yogalehrerin Körpertherapeutin The Female Hub Germany

Iris Jansen – Initiatorin | Kuratorin | Mentorin | Raumhalterin


Hi, ich bin Iris – Initiatorin von THE FEMALE HUB, Raumhalterin und vor allem eine große Liebhaberin echter Verbindung zwischen Frauen.

Seit über 21 Jahren begleite ich Frauen und erschaffe Räume, in denen wir wieder mehr bei uns selbst ankommen können: im eigenen Körper, in unserer Weiblichkeit, unserer Kraft und in dem, was uns wirklich entspricht.

Mein Weg begann mit Yoga und Körperarbeit und hat mich über ein eigenes Yogastudio, Women-Retreats, Frauenkreise und Mentoring bis hin zur Entwicklung eines Zyklus-Tools, einem Buch und schließlich zu THE FEMALE HUB geführt.


Heute fließt all das hier zusammen: Yoga und Embodiment, Körperwissen, zyklisches Leben, Rituale, persönliche Entwicklung – und meine tiefe Überzeugung, dass wir Frauen nicht noch mehr werden müssen. Viel spannender ist die Frage, was passiert, wenn wir uns wieder daran erinnern, was längst in uns ist.

THE FEMALE HUB ist für mich genau so ein Ort. Ein Raum für Wissen und Inspiration, für Begegnung und ehrlichen Austausch – und für Frauen, die andere Frauen sehen, stärken und wachsen lassen.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page